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JEDEN GEST

Ein Win­ken zur Begrü­ßung, ein Nicken als Zustim­mung und ein Schul­ter­zu­cken, um zu zei­gen: „Geht so…“. Unser All­tag ist vol­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on ohne Wor­te. Aber was ist, wenn das der Nor­mal­fall ist? JEDEN GEST ist ein Stück über Gebär­den­spra­che: Auf der Büh­ne berich­ten vier (gehör­lo­se) Performer*innen von ihrem Umgang mit Kom­mu­ni­ka­ti­on und Spra­che. Sie erzäh­len, wie es ist, in zwei Sprach­wel­ten zu leben, wie­so ein Coch­lea-Implan­tat nicht für alle ein Wun­der­mit­tel ist, wo die Tücken der Über­set­zung lie­gen und war­um die Gehör­lo­sig­keit kein Defi­zit ist. Im Gegen­satz zur gespro­che­nen Spra­che, die auf Tönen und Lau­ten basiert, bean­sprucht die Gebär­den­spra­che den Men­schen in sei­ner Kör­per­lich­keit, sowohl den „Spre­chen­den“ als auch den „Ver­ste­hen­den“. Die Per­for­mance nimmt das Publi­kum mit auf eine Rei­se in eine fas­zi­nie­ren­de und rei­che Sprach­welt. Eine Welt, in der die Kom­mu­ni­ka­ti­on ein Ereig­nis aus Ges­tik, Mimik, Rhyth­mus und Bewe­gung ist, das man sehen muss, um es zu ver­ste­hen.

Zuvor – 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr: Crash­kurs Gebär­den­spra­che. Gra­tis!

Regie: Woj­tek Zie­mil­ski – Büh­ne, Mit­ar­beit Regie: Wojciech Pus­toła – Licht­de­sign: Artur Sie­n­i­cki – Musik: Alek­san­der Żurow­ski – Kos­tü­me: Krys­ti­an Jar­nuszkie­wicz

Mit: Mar­ta Abramc­zyk, Jolan­ta Sadłow­s­ka, Pavel Sosin­ski, Adam Stoya­nov
Über­set­zung: Joan­na Cie­siels­ka, Katar­zy­na Glo­zak

Eine Pro­duk­ti­on des Nowy Teatr, War­schau. Geför­dert durch das Adam Mickie­wicz Insti­tu­te.

Die Ver­an­stal­tung ist bereits aus­ver­kauft!

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INVI­TED

Auch für Kin­der und Jugend­li­che geeig­net

Eine Grup­pe unter­schied­li­cher Men­schen trifft sich zu einer Per­for­mance. Aber wo blei­ben die Tänzer*innen? Ein älte­rer Mann steht auf und beginnt zu tan­zen. Ein Kind folgt. Die Sitznachbar*innen ste­hen eben­falls auf. Sind sie die eigent­li­chen Tänzer*innen? Wer ist hier Publi­kum und wer Performer*in?

Sep­pe Bae­y­ens und sein genera­ti­ons­über­grei­fen­des Ensem­ble machen das Publi­kum wäh­rend der Vor­stel­lung unmerk­lich zu Ko-Autor*innen. Unter­stützt durch ein 65 Meter lan­ges Seil – „The Rope“ – und eine star­ke Live-Band ent­wirft INVI­TED mit pro­fes­sio­nel­len und nicht pro­fes­sio­nel­len Dar­stel­lern eine Gesell­schafts­uto­pie: Wie kön­nen unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven und Ideen zu einem gemein­sa­men Kunst­werk wer­den? Und wie schafft man Bedin­gun­gen dafür, dass jede*r ermu­tigt wird, sich (gesell­schaft­lich) ein­zu­brin­gen?

Ulti­ma Vez wur­de 1986 als Kom­pa­nie für zeit­ge­nös­si­schen Tanz von dem Cho­reo­gra­fen Wim Van­de­key­bus gegrün­det. In Molen­beek hat Van­de­key­bus vor eini­gen Jah­ren gemein­sam mit dem Cho­reo­gra­fen Sep­pe Bae­y­ens ein par­ti­zi­pa­ti­ves Labor für tanz- und thea­ter­in­ter­es­sier­te Bewohner*innen des Brüs­se­ler Stadt­teils ein­ge­rich­tet: Eine der dort ent­stan­de­nen Arbei­ten ist INVI­TED.

Das Pro­jekt lädt zum Mit­ma­chen ein und über­zeugt sogar Men­schen, die Mit­mach­thea­ter nicht mögen! Und: Die Vor­stel­lun­gen sind aus­drück­lich auch für Kin­der und Jugend­li­che geeig­net.

Regie, Cho­reo­gra­phie: Sep­pe Bae­y­ens
Ent­wi­ckelt mit: Emi­le van Puym­bro­eck, Luke de Bol­le, Chisom Onye­bue­ke Chi­na­edu, Leo­nie van Begin, Rosa Boateng, Oiha­na Azpil­la­ga, Ischa Beer­na­ert, Esther Mot­vanya, Roel Faes, Trui de Mul­der, Adna­ne Lamar­ti, Sep­pe Bae­y­ens, Frank Bri­chau, Ste­phan Ver­lin­den, Eli­sa­beth Wolfs, Leon Gyse­lynck
Live-Musik: Stef Hee­ren, Kwin­ten Mor­di­jck, Karen Wil­lems / Dra­ma­tur­gie: Kris­tin Rogg­he / Szen­o­gra­fie, Licht: Ief Spin­ce­mail­le / Kos­tü­me: Lie­ve Meeus­sen / Bewe­gungs­as­sis­tenz: Ger­man Jau­re­gui / Künst­le­ri­sche Bera­tung: Wim Van­de­key­bus / Tech­ni­sche Koor­di­na­ti­on: Tom de With / Foto: Dan­ny Wil­lems

Eine Pro­duk­ti­on von Sep­pe Bae­y­ens / Ulti­ma Vez, kopro­du­ziert durch Kon­in­kli­j­ke Vla­am­se Schouw­burg Brüs­sel, unter­stützt durch Tax Shel­ter maat­re­gel van de Bel­gi­sche Federa­le Over­heid und Casa Kaf­ka Pic­tures Tax Shel­ter empowe­red by Bel­fi­us.

(c) Fotograf

Fema­le Gaze?

Eine femi­nis­ti­sche Zusam­men­kunft

Was macht den weib­li­chen Blick aus? Kön­nen Augen gen­dern? Und gibt es einen geschlechts­spe­zi­fi­schen Blick über­haupt? #metoo und vie­le dar­auf fol­gen­de Dis­kus­sio­nen haben uns die Augen geöff­net. Aber was wird sicht­bar und war­um? Das Kon­strukt Sexua­li­tät, Sex, Geschlecht und Selbst­de­fi­ni­ti­on ist ein domi­nie­ren­des Sys­tem und wir soll­ten ihm uns wid­men. Als Jon­gla­ge mit Per­spek­ti­ven. Als Ein­la­dung zum Abgleich. Als Anstoß für ein grund­sätz­li­ches Auf­räu­men mit fest­ge­fah­re­nen Sicht­wei­sen. Weg mit dem Oma-Schlüp­fer, mit dem Mill­en­ni­al-Pink und fre­cher, rosa Mäd­chen­äs­the­tik, aber wohin? Sel­fies gegen das Patri­ar­chat? Ernst gegen den Ernst? Humor mit Aus­sicht? URBÄNG! lädt Künst­le­rIn­nen, jed­we­den Geschlechts ein, Ein­sich­ten, Aus­sich­ten und Absich­ten femi­nis­ti­scher Kunst zu zei­gen oder zu ver­ste­cken.

19:30 – 20:30 Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke: VEL­VET
Tanz­per­for­mance

Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­kes neu­es Solo „Vel­vet“ brei­tet sich in einem Minia­tur­gar­ten aus. Die Ber­li­ner Cho­reo­gra­fin schafft zur Musik von Tian Rot­te­ve­el eine Rei­he sich stän­dig ver­än­dern­der Por­traits, mit denen sie Nor­men des Sehens und Den­kens her­aus­for­dert. Unter einem elek­tro­ni­schen Sym­pho­nie­ge­wit­ter ent­steht ein iri­sie­ren­des, irri­tie­ren­des Sub­jekt, das sich ein­deu­ti­gen Zuschrei­bun­gen ent­zieht. In „Vel­vet“ unter­sucht Sobot­t­ke Kon­zep­te des Weib­li­chen und deren Ver­kör­pe­run­gen zwi­schen erd­ver­bun­de­ner Nackt­heit und radi­ka­ler Ein­sam­keit. Atem­lo­se Kör­per­lich­keit und poten­ti­ell gewalt­vol­le Bil­der lösen sich in poe­ti­scher Behut­sam­keit auf. Kom­pro­miss­los erzählt Sobot­t­ke von nicht kate­go­ri­sier­ba­rer Ero­tik, wil­der Unab­hän­gig­keit und der Soli­da­ri­tät mit Nicht-Mensch­li­chem und Abgrün­di­gem.

Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke ver­steht ihre Arbeit als Ort des Wider­stands, der es erlaubt, Nor­men des Den­kens und Sehens zu ver­än­dern. Sie ist fas­zi­niert vom Wer­den des Kör­pers in sinn­li­chen, cho­reo­gra­fi­schen Pro­zes­sen. 2017 wird sie vom Maga­zin tanz als „Hoff­nungs­trä­ge­rin“ genannt und gewinnt den Publi­kums­preis des ImPulsTanz Fes­ti­vals Wien für ihr Solo „stran­ge songs“, in dem die Arbeit mit Stim­me, Sound und Spra­che Motor für die Cho­reo­gra­fie und Inhalt ist.

Cho­reo­gra­fie: Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke / Mit: Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke / Musik: Tian Rot­te­ve­el / Licht und tech­ni­sche Lei­tung: Cata­li­na Fer­nan­dez / Büh­ne: Cle­men­ti­ne Pohl / Künst­le­ri­sche Mit­ar­beit: Jared Gra­din­ger, Shee­na McG­rand­les / Pro­duk­ti­ons­ma­nage­ment & Rau­mas­sis­tenz: Simo­ne Graf.
Pro­duk­ti­on: Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke. Kopro­duk­ti­on: Tanz im August / HAU Heb­bel am Ufer, Life Long Bur­ning – Towards a sus­tainab­le Eco-Sys­tem for Con­tem­pora­ry Dance in Euro­pe. Unter­stützt von: PACT Zoll­ver­ein. Geför­dert durch: NATIO­NA­LES PER­FOR­MANCE NETZ (NPN) Kopro­duk­ti­ons­för­de­rung Tanz aus Mit­teln der Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medi­en und durch die Senats­ver­wal­tung für Kul­tur und Euro­pa des Lan­des Ber­lin.

20:30 – 21:00 Uhr Ange­li­ca Sum­mer
Kon­zert

21:15 – 22:15 Dis­kus­si­on
mit: Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke, Tian Rot­te­ve­el, / Mode­ra­ti­on: Maja Zim­mer­mann

„Der weib­li­che Blick ist für mich eine offe­ne Fra­ge“, meint die Künst­le­rin Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke. Im Rah­men von „FEMA­LE GAZE?“ ist das Publi­kum nach der Vor­stel­lung von „Vel­vet“ zu einem wei­ter­füh­ren­den Gespräch ein­ge­la­den: Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke und ihr lang­jäh­ri­ger Kol­la­bo­ra­teur, der Kom­po­nist und Cho­reo­graf Tian Rot­te­ve­el, spre­chen gemein­sam mit der Dra­ma­tur­gin Maja Zim­mer­mann über (künst­le­ri­sches) Begeh­ren aus femi­nis­ti­scher Per­spek­ti­ve, jen­seits gän­gi­ger Kate­go­rien des Weib­li­chen oder Männ­li­chen. Gibt es expli­zit weib­li­che Per­spek­ti­ven auf Ero­tik und Sexua­li­tät und wie sehen die­se aus? Kön­nen das Poe­ti­sche und Irra­tio­na­le Räu­me öff­nen, um über Ver­kör­pe­run­gen nach­zu­den­ken und bestehen­de Nor­mie­run­gen in Fra­ge zu stel­len?

FEMA­LE GAZE? fin­det im Rah­men des Pro­jekts GAST­GE­BER­SCHAFT Tanz­pakt Stadt-Land-Bund statt. Ste­pha­nie Thiersch und MOU­VOIR laden Künst­le­rIn­nen, Exper­tIn­nen, Bür­ge­rIn­nen und Inter­es­sier­te ein, sich dis­kur­siv in SALONS und par­ti­zi­pa­tiv in LABORS zu begeg­nen. Kura­tiert in Zusam­men­ar­beit mit Maja Zim­mer­mann. Gemein­sam soll geforscht und gear­bei­tet wer­den, und das ergeb­nis­of­fen und im Dia­log. Bestehen­de Seh‑, Hör und Rezep­ti­ons­wei­sen wol­len wir hin­ter­fra­gen, aber auch kon­kret den gesell­schafts­po­li­ti­schen Kon­text unse­rer Pro­duk­tio­nen dis­ku­tie­ren. Nicht zuletzt wird es dar­um gehen, wie wir die Kern­ge­dan­ken unse­rer Per­for­man­ces prak­tisch erfahr­bar machen kön­nen. Wir wid­men uns wei­ter­hin unse­rem Lieb­lings­the­ma, der Kraft der Inter­dis­zi­pli­na­ri­tät, inter­es­sie­ren uns noch mehr für anspre­chen­de For­men der Par­ti­zi­pa­ti­on und des Feed­backs, spie­len mit offe­nen Archi­tek­tu­ren, fra­gen danach, wie­so wich­ti­ge The­men wie Post­ko­lo­nia­lis­mus und Femi­nis­mus so abge­dro­schen wir­ken und wohin wir eigent­lich damit wol­len. Das klingt viel und ist bestimmt noch nicht alles, die Zukunft ist unge­wiss. Bis dahin, BE OUR GUEST, wir freu­en uns!

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FALL ON PLU­TO

Sash­ko Bra­ma und Ensem­ble fra­gen in „Herbst auf dem Plu­to“ was unser Leben im hohen Alter aus­macht. Dafür haben sie inten­siv mit den Men­schen gespro­chen, denen kaum einer mehr zuhört. In Alters­hei­men der Ukrai­ne erzähl­ten ihnen die Bewohner*innen über ihre Sehn­süch­te, Ängs­te und Träu­me. Aus dem doku­men­ta­ri­schen Mate­ri­al strick­te der viel umju­bel­te Regis­seur Sash­ko Bra­ma einen atmo­sphä­risch packen­den Thea­ter­abend. Mit gro­ßen Pup­pen, einem ener­ge­ti­schen Ensem­ble und fei­nem Sound­de­sign nimmt er die Zuschau­er mit zu die­ser ver­ges­se­nen Genera­ti­on, die er auf dem fer­nen Pla­ne­ten Plu­to ansie­delt. Nach dem Gast­spiel beim Ber­li­ner Thea­ter­tref­fen 2019 ist die­ses enga­gier­te Plä­doy­er für mehr Empa­thie in der Gesell­schaft zum ers­ten Mal in NRW zu sehen.

In ukrai­ni­scher Spra­che mit eng­li­schen Über­ti­teln

Beset­zung

Kon­zept, Dra­ma­tur­gie, Rea­li­sie­rung Sash­ko Bra­ma
Mit­ar­beit Kon­zept und Dra­ma­tur­gie Maria Baka­lo, André Erlen
Pup­pen­bau Oksa­na Ros­sol, Olek­san­dr Ser­gi­i­en­ko
Ton Volo­dym­yr Fan­ta, Timur Gogit­id­ze
Tonaufnahme/Remastering Faust
Licht Volo­dym­yr Fan­ta
Pro­gram­mie­rung Dmy­t­ro Maka­ra
Tech­ni­sche Lei­tung Ser­hii Cher­vonyi
Ana­ly­ti­sche Beglei­tung des Pro­jekts Vik­to­ria Brynd­za
Foto Ana­sta­sia Man­tach

Mit Andrii Buch­ko, Marich­ka Kmit, Isa­bel Mer­kul­o­va, Anast­sia Lis­ovs­ka, Mar­ha­ry­ta Pidluzh­na, Iurii Shoro­bu­ra

Geför­dert durch das Ukrai­ni­an Insti­tu­te. Unter­stützt durch das Goe­the-Insti­tut, das Bri­tish Coun­cil Ukrai­ne und das Lviv City Coun­cil.

Nur noch weni­ge Rest­kar­ten