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Produktion

Claire Vivianne Sobottke, Angelica Summer, Tian Rotteveel und Maja Zimmermann

Fema­le Gaze?

Datum

11. Okt 2019
Vorbei!

Uhrzeit

19:30 - 22:15

Eine femi­nis­ti­sche Zusam­men­kunft

Was macht den weib­li­chen Blick aus? Kön­nen Augen gen­dern? Und gibt es einen geschlechts­spe­zi­fi­schen Blick über­haupt? #metoo und vie­le dar­auf fol­gen­de Dis­kus­sio­nen haben uns die Augen geöff­net. Aber was wird sicht­bar und war­um? Das Kon­strukt Sexua­li­tät, Sex, Geschlecht und Selbst­de­fi­ni­ti­on ist ein domi­nie­ren­des Sys­tem und wir soll­ten ihm uns wid­men. Als Jon­gla­ge mit Per­spek­ti­ven. Als Ein­la­dung zum Abgleich. Als Anstoß für ein grund­sätz­li­ches Auf­räu­men mit fest­ge­fah­re­nen Sicht­wei­sen. Weg mit dem Oma-Schlüp­fer, mit dem Mill­en­ni­al-Pink und fre­cher, rosa Mäd­chen­äs­the­tik, aber wohin? Sel­fies gegen das Patri­ar­chat? Ernst gegen den Ernst? Humor mit Aus­sicht? URBÄNG! lädt Künst­le­rIn­nen, jed­we­den Geschlechts ein, Ein­sich­ten, Aus­sich­ten und Absich­ten femi­nis­ti­scher Kunst zu zei­gen oder zu ver­ste­cken.

19:30 – 20:30 Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke: VEL­VET
Tanz­per­for­mance

Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­kes neu­es Solo „Vel­vet“ brei­tet sich in einem Minia­tur­gar­ten aus. Die Ber­li­ner Cho­reo­gra­fin schafft zur Musik von Tian Rot­te­ve­el eine Rei­he sich stän­dig ver­än­dern­der Por­traits, mit denen sie Nor­men des Sehens und Den­kens her­aus­for­dert. Unter einem elek­tro­ni­schen Sym­pho­nie­ge­wit­ter ent­steht ein iri­sie­ren­des, irri­tie­ren­des Sub­jekt, das sich ein­deu­ti­gen Zuschrei­bun­gen ent­zieht. In „Vel­vet“ unter­sucht Sobot­t­ke Kon­zep­te des Weib­li­chen und deren Ver­kör­pe­run­gen zwi­schen erd­ver­bun­de­ner Nackt­heit und radi­ka­ler Ein­sam­keit. Atem­lo­se Kör­per­lich­keit und poten­ti­ell gewalt­vol­le Bil­der lösen sich in poe­ti­scher Behut­sam­keit auf. Kom­pro­miss­los erzählt Sobot­t­ke von nicht kate­go­ri­sier­ba­rer Ero­tik, wil­der Unab­hän­gig­keit und der Soli­da­ri­tät mit Nicht-Mensch­li­chem und Abgrün­di­gem.

Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke ver­steht ihre Arbeit als Ort des Wider­stands, der es erlaubt, Nor­men des Den­kens und Sehens zu ver­än­dern. Sie ist fas­zi­niert vom Wer­den des Kör­pers in sinn­li­chen, cho­reo­gra­fi­schen Pro­zes­sen. 2017 wird sie vom Maga­zin tanz als „Hoff­nungs­trä­ge­rin“ genannt und gewinnt den Publi­kums­preis des ImPulsTanz Fes­ti­vals Wien für ihr Solo „stran­ge songs“, in dem die Arbeit mit Stim­me, Sound und Spra­che Motor für die Cho­reo­gra­fie und Inhalt ist.

Cho­reo­gra­fie: Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke / Mit: Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke / Musik: Tian Rot­te­ve­el / Licht und tech­ni­sche Lei­tung: Cata­li­na Fer­nan­dez / Büh­ne: Cle­men­ti­ne Pohl / Künst­le­ri­sche Mit­ar­beit: Jared Gra­din­ger, Shee­na McG­rand­les / Pro­duk­ti­ons­ma­nage­ment & Rau­mas­sis­tenz: Simo­ne Graf.
Pro­duk­ti­on: Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke. Kopro­duk­ti­on: Tanz im August / HAU Heb­bel am Ufer, Life Long Bur­ning – Towards a sus­tainab­le Eco-Sys­tem for Con­tem­pora­ry Dance in Euro­pe. Unter­stützt von: PACT Zoll­ver­ein. Geför­dert durch: NATIO­NA­LES PER­FOR­MANCE NETZ (NPN) Kopro­duk­ti­ons­för­de­rung Tanz aus Mit­teln der Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medi­en und durch die Senats­ver­wal­tung für Kul­tur und Euro­pa des Lan­des Ber­lin.

20:30 – 21:00 Uhr Ange­li­ca Sum­mer
Kon­zert

21:15 – 22:15 Dis­kus­si­on
mit: Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke, Tian Rot­te­ve­el, / Mode­ra­ti­on: Maja Zim­mer­mann

„Der weib­li­che Blick ist für mich eine offe­ne Fra­ge“, meint die Künst­le­rin Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke. Im Rah­men von „FEMA­LE GAZE?“ ist das Publi­kum nach der Vor­stel­lung von „Vel­vet“ zu einem wei­ter­füh­ren­den Gespräch ein­ge­la­den: Clai­re Vivi­an­ne Sobot­t­ke und ihr lang­jäh­ri­ger Kol­la­bo­ra­teur, der Kom­po­nist und Cho­reo­graf Tian Rot­te­ve­el, spre­chen gemein­sam mit der Dra­ma­tur­gin Maja Zim­mer­mann über (künst­le­ri­sches) Begeh­ren aus femi­nis­ti­scher Per­spek­ti­ve, jen­seits gän­gi­ger Kate­go­rien des Weib­li­chen oder Männ­li­chen. Gibt es expli­zit weib­li­che Per­spek­ti­ven auf Ero­tik und Sexua­li­tät und wie sehen die­se aus? Kön­nen das Poe­ti­sche und Irra­tio­na­le Räu­me öff­nen, um über Ver­kör­pe­run­gen nach­zu­den­ken und bestehen­de Nor­mie­run­gen in Fra­ge zu stel­len?

FEMA­LE GAZE? fin­det im Rah­men des Pro­jekts GAST­GE­BER­SCHAFT Tanz­pakt Stadt-Land-Bund statt. Ste­pha­nie Thiersch und MOU­VOIR laden Künst­le­rIn­nen, Exper­tIn­nen, Bür­ge­rIn­nen und Inter­es­sier­te ein, sich dis­kur­siv in SALONS und par­ti­zi­pa­tiv in LABORS zu begeg­nen. Kura­tiert in Zusam­men­ar­beit mit Maja Zim­mer­mann. Gemein­sam soll geforscht und gear­bei­tet wer­den, und das ergeb­nis­of­fen und im Dia­log. Bestehen­de Seh‑, Hör und Rezep­ti­ons­wei­sen wol­len wir hin­ter­fra­gen, aber auch kon­kret den gesell­schafts­po­li­ti­schen Kon­text unse­rer Pro­duk­tio­nen dis­ku­tie­ren. Nicht zuletzt wird es dar­um gehen, wie wir die Kern­ge­dan­ken unse­rer Per­for­man­ces prak­tisch erfahr­bar machen kön­nen. Wir wid­men uns wei­ter­hin unse­rem Lieb­lings­the­ma, der Kraft der Inter­dis­zi­pli­na­ri­tät, inter­es­sie­ren uns noch mehr für anspre­chen­de For­men der Par­ti­zi­pa­ti­on und des Feed­backs, spie­len mit offe­nen Archi­tek­tu­ren, fra­gen danach, wie­so wich­ti­ge The­men wie Post­ko­lo­nia­lis­mus und Femi­nis­mus so abge­dro­schen wir­ken und wohin wir eigent­lich damit wol­len. Das klingt viel und ist bestimmt noch nicht alles, die Zukunft ist unge­wiss. Bis dahin, BE OUR GUEST, wir freu­en uns!

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