10.-13.10.2018

URBÄNG! Das Festival für performative Künste in Köln

Freihandelszone
Urbäng! -Truck © Armin Leoni


Liebes Publikum,

URBÄNG! nimmt auch dieses Jahr die urbane Gesellschaft unter die Lupe, fragt nach ihrer Ästhetik, Toleranz und Fähigkeit, Gemeinschaften zu schaffen. Mehr noch als bisher sucht URBÄNG! diesmal den Kontakt zum Publikum, nach einer genussvollen Begegnung zwischen allen.
Festivalzentrum, Tummelplatz, Unterkunft und Basislager bietet wieder das Orangerie-Theater, von dem aus alle ins benachbarte Düsseldorf und zu „untergehenden“ Dörfern im Braunkohlerevier ausschweifen.
Als Gastgeber für KünstlerInnen aus Tunesien, den USA, Spanien, Israel, England und für geschätzte KollegInnen aus der direkten Umgebung, lädt die FREIHANDELSZONE zu außergewöhnlichen Performances, Konzerten und Diskussionsrunden.
In turbulenten und politisch angespannten Zeiten ist die zweite Ausgabe von URBÄNG! ein Aufruf an eine offene Wahrnehmung unserer Umgebung und unserer selbst. Was ist unsere Heimat und wie geraten wir in Ihr und mit Ihr konstruktiv aneinander? Wie kann sich die Kunst mit dem Publikum neu und anders verbinden? Wo finden wir Räume, dem Gesehenen und Gehörten einen Nachhall zu ermöglichen?
In Kooperation mit dem tanzhaus nrw versucht URBÄNG! mit der Reihe „IT’S YOUR TURN“, ein ungewohnt persönliches Aufeinandertreffen von Künstlern und Publikum. Darüber hinaus lädt URBÄNG! mit Kuratorin Felizitas Stilleke bei „FEMALE GAZE“ KünstlerInnen jedweden Geschlechts ein, Einsichten, Aussichten und Absichten feministischer Kunst zu zeigen oder zu verstecken.
Der Schauspieler Paul Lazar aus New York erweist uns die Ehre, wir erleben die soghafte Arbeit des Choreografen Sharon Fridman, Britt Hatzius entführt uns mit Kindern des Humboldt-Gymnasiums in unser Kopfkino, Ifriqiyya versetzt uns in Extase, um nur einige der Highlights zu nennen.
Eure FREIHANDELSZONE – Ensemblenetzwerk Köln

MIT DABEI
URBÄNG!-Truck
Unser ständiger Begleiter während des Festivals im Orangerie Theater ist in diesem Jahr wieder der URBÄNG!-Truck von Jens Kuklik. Zu sehen sein werden hier u.a. Fotos von Matthias Jung, der die „untergehenden“ Dörfer und ihre Bewohner im Braunkohletagebau nahe Köln seit Jahren mit der Kamera begleitet.

PALAIS TEMPORÄR überrascht URBÄNG!
Wir wissen nicht, wann und wo sie auftauchen werden, aber sie kommen: PALAIS TEMPORÄR. Mit einer Fortsetzung der im September diesen Jahres begonnen Diskussion über die Verortung der performativen Künste in Köln.

Weitere Infos unter:
www.urbäng.de


Programm

Mi 10.10.2018 18.00 h theater51-grad: BLUR theatrale 360°-VR-Installation Details
19.30 h Giw & Kilonzo (Köln): PERFORMANCE ÜBER FLUIDE ZUSTÄNDE DES SEINS
Performance /// Urban Dance und Trompete Details
20.30 h Sharon Fridman (IL/ES): ¿HASTA DÓNDE?
Eröffnung /// Tanzduett Details
21.00 h Paul Lazar (US): CAGE SHUFFLE
Tanz Solo /// Hommage an John Cage Details
Do 11.10.2018 17.00 h Britt Hatzius (GB): BLIND CINEMA // Performance /// Ein kindgeflüsterter Film // Ort: TURISTARAMA Details
18.00 h theater51-grad: BLUR theatrale 360°-VR-Installation // Ort: Orangerie-Theater Details
19.30 h COMMON EMOTIONS
Yasmeen Godder (IL/US)
Tanz /// Partizipativ // Ort: tanzhaus nrw Details
Fr 12.10.2018 18.00 h theater51-grad: BLUR theatrale 360°-VR-Installation Details
19.30 h FEMALE GAZE?
Eine feministische Zusammenkunft Performances // Gespräch // DJ-Set
Details
Sa 13.10.2018 14.00 h DAS LOCH. UNTERGANG UND UTOPIE.
Jörg Fürst, Matthias Jung, Rosi Ulrich (UA)
Uraufführung /// Eine theatrale Exkursion ins Revier /// Audio-Feature
Details
17.30 h theater51-grad: BLUR theatrale 360°-VR-Installation Details
20.00 h Ifriqiyya Electrique (TN)
Konzert /// Dämonenbeschwörung /// Deutschland-Premiere
Details

 

Mittwoch 10. Oktober 2018

Giw & Kilonzo (Köln): PERFORMANCE ÜBER FLUIDE ZUSTÄNDE DES SEINS
Performance /// Urban Dance und Trompete

Mi, 10. Oktober / 19:30 Uhr
Orangerie – Theater im Volksgarten
Dauer: ca. 30 Minuten


Foto: Niclas Weber

Am Anfang von URBÄNG! 2018 fließt es vom Dasein ins Nicht-Sein, von Außen nach Innen. Wir beginnen den Abend mit einer „Performance über fluide Zustände des Seins“ des Kölner Künstler-Duo’s GIW & KILONZO, die Musik und Tanz ineinander fallen lassen –  ritualhaft, mystisch, leicht: Stimmungen, Zustände und Gedanken, verschmelzen ineinander und verändern ihre ursprüngliche Bedeutung.

Kelvin Kilonzos Körper erschafft seine eigene Dynamik, manchmal erscheint er vertraut, manchmal aus einer fernen Realität. Pablo Giw lässt seine Trompete mit Atem, Metall und Stimme größer als nur ein Instrument klingen.
www.giwmusic.com/giw-kilonzo


Sharon Fridman (IL/ES): ¿HASTA DÓNDE?
Eröffnung /// Tanzduett

Mi, 10. Oktober / 20:30 Uhr
Orangerie – Theater im Volksgarten
Dauer: 20 Minuten


Foto: Christophe Vander Eecken

Ausgehend von der Kontaktimprovisation beschäftigt sich Fridman mit sozialen Interaktionen. ¿HASTA DÓNDE? ist ein kraftvolles Duett zweier Männer, das angetrieben von der Musik zwischen choreografischen Bildern und chaotischen Momenten changiert. Driftende Körper verlassen langsam, was sie vom Sein abhält.
Das Stück hat zahlreiche Preise erhalten, unter anderem den ersten Preis sowie den Publikumspreis beim Choreography Contest Burgos-New York und den Alicia Alonso ICC‘ 12 Latin American prize. ¿HASTA DÓNDE? wurde 2011 in Spanien uraufgeführt und war seitdem weltweit in mehr als 30 Städten zu sehen – nun endlich auch in Köln
Sharon Fridman kommt aus Israel, lebt in Spanien und arbeitet als Choreograf und Tänzer. 2007 gründete er in Madrid seine eigene Kompanie, die Compañía Sharon Fridman, mit der er international erfolgreich unterwegs ist.
www.sharon-fridman.com

Foto: Christophe Vander Eecken /// Künstlerische Leitung: Sharon Fridman /// Choreografie: Sharon Fridman /// Musik: Luis Miguel Cobo /// Tänzer: Aleix Mañé und Juan Carlos Toledo /// Kostüm: MIZO, von Inbal Ben Zaken /// Video: Miramemira /// Produktion, General Management: Lola Ortiz de Lanzagorta /// Kommunikation, Produktionsassistenz: Nerea Aguilar

Gefördert durch: INAEM, Centro Danza Canal, Comunidad de Madrid, Centro Coreográfico La Gomera, Centro de Humanidades Cardenal Gonzaga


Paul Lazar (US): CAGE SHUFFLE
Tanz Solo /// Hommage an John Cage // NRW-Premiere

Mi, 10. Oktober / 21:00 Uhr
Orangerie – Theater im Volksgarten
Dauer: 50 Minuten
DIE VORSTELLUNG IST IN ENGLISCH (MIT DEUTSCHEN ÜBERTITELN)


Foto: Ian Douglas

Mit seinem Solo CAGE SHUFFLE schafft Paul Lazar eine außergewöhnliche Hommage an den einflussreichen Komponisten, Autor und Philosophen John Cage. Während Lazar eine Choreografie von Annie-B Parson tanzt, rezitiert er per Zufallsprinzip One-Minute-Stories aus Indeterminacy (1963). Cages „Unbestimmtheit“ und Parsons Bewegungsbausteine bilden einen reizvollen Kontrapunkt – überraschend und komisch entstehen neue Beziehungsgeflechte, die mittels Klangcollagen verstärkt werden.

“Paul Lazar’s Cage Shuffle is: Beautiful, profound and hilarious – as all things should be.” David Byrne

Paul Lazar (US) ist Schauspieler und Regisseur. Gemeinsam mit Annie-B hat er 1991 das renommierte Big Dance Theater in New York gegründet. Seitdem entwickeln sie gemeinsam interdisziplinäre Konzepte, die zwischen Tanz, Musik, Text und Visual Design changieren. Paul Lazar wirkte in über 30 Spielfilmen mit arbeitete wiederholt mit Regisseur Jonathan Lemme (Das Schweigen der Lämmer). Er wurde unter anderem mit zwei „Bessie Awards“ ausgezeichnet. Er unterrichtet er an der New York University und der Harvard University (Department Theatre, Dance and Media). In Köln unterrichtet er eine Masterclass am ZZT/HfMT am 9.10.2018 von 15.30-18.30h, die sich der Verbindung von Text und Bewegung widmet.
www.bigdancetheater.org/shows/cage-shuffle-2017

Konzept und Künstlerische Leitung: Paul Lazar /// Choreografie: Annie-B Parson /// Mit: Paul Lazar /// Musik: John Cage /// Bewegungscoach: Elizabeth DeMent

Produktion: Paul Lazar / Big Dance Theater /// Produktionsleitung: Aaron Mattocks /// Produktionsmanagement: Brendan Regimbal

Special: Artist’s Talk IT’S YOUR TURN im Anschluss an die Vorstellung ab ca. 22:00 Uhr.

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theater51-grad: BLUR theatrale 360°-VR-Installation
Theater als virtuelles Erlebnis

Mi, 10. Oktober – Sa, 13. Oktober, jeweils ab 18:00 Uhr
Orangerie – Theater im Volksgarten
Dauer: 30 Minuten
Eintritt frei!


Foto: MEYER_ORIGINALS

Mit Virtual-Reality-Brille und Kopfhörer ausgestattet nehmen die Zuschauer auf Sitzsäcken Platz. Sie tauchen in eine Theateraufführung ein, als wären sie live dabei. Über ihnen breitet sich eine riesige Leinwand aus, die Bilder füllen den Raum. Um die Zuschauer herum die Schauspieler und Musiker, manchmal zum Greifen nah. Die Stimmen und der Sound so täuschend real und doch nur virtuell?

Zwischen Oktober 2017 und März 2018 hat das theater-51grad die Musik-Theater-Aufführungen von BLUR – 6 Miniaturen zur Unschärfe mit einer 360°-Technologie aufgenommen. Der Videokünstler Jens Standke und der Komponist Sergej Maingardt haben dieses Material zu einer Virtual Reality-Installation weiterentwickelt, die hier zum ersten Mal zu sehen ist. Eine neue Dimension des Theater-Musik-Erlebnisses!

Sergej Maingardt ist Komponist und Musikproduzent. In seinen Arbeiten setzt er sich mit den Grenzen ästhetischer Prinzipien zeitgenössischer Musik und auditiver Wahrnehmung auseinander. Die Projekte von Jens Standke thematisieren meist ein mediales Paradox der Zeitwahrnehmung: In statischen und bewegten Bildern, als Skulpturen oder als Installationen wird das Verhältnis von Aufzeichnungsprozessen und deren Abbildungen befragt. Rosi Ulrich ist Künstlerische Leiterin von theater51-grad und Mitbegründerin der Freihandelszone – Ensemblenetzwerk Köln. Ihre Zusammenarbeit mit der Regisseurin Andrea Bleikamp, die bei der Theaterproduktion BLUR Regie geführt hat, wird in Zukunft weiter intensiviert.
www.theater-51grad.com

Fulldome-Video: Jens Standke /// Sounddesign: Sergej Maingardt /// Produktion: Rosi Ulrich /// Gefördert durch das NRW KULTURsekretariat.

Theaterproduktion: Konzept/Komposition: Sergej Maingardt /// Videokunst: Jens Standke /// Konzept/Text: Rosi Ulrich /// Regie: Andrea Bleikamp /// Kostüm: Claus Stump /// Kostümanfertigung: Andrea Uebel /// Produktionsleitung: Hannah Greve /// Technik: Jens Kuklik /// PR & Öffentlichkeitsarbeit: neurohr & andrä /// Mit: Fabian Ringel, Kai Hufnagel, Karin Kettling /// Flügel: Paulo Àlvares, Saxophon-Quartett: Fukio Ensemble, Stimme/Gesang: Mascha Corman, Thea Soti, Sopran: Frauke Aulbert, Chor unter der Leitung: Rodrigo Lopez Klingenfuss /// Sprecher: Oliver Schnelker /// nach Essays von: Prof. Dr. Thomas Kron, Ariel Lasry, Norina Quinte, Dipl.-Psych. Karin Duda-Kirchhof & Dipl.-Psych. Dr. Oliver Kirchhof /// gefördert durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Kulturamt der Stadt Köln, Fonds Darstellende Künste e.V. und ON – Neue Musik Köln.


Donnerstag, 11. Oktober 2018

Britt Hatzius (GB): BLIND CINEMA
Performance /// Ein kindgeflüsterter Film

Do, 11. Oktober / 17:00 Uhr
Ort: TURISTARAMA (alte Lupe 2), Mauritiussteinweg 102, 50676 Köln
Dauer: 40 Minuten


Foto: Simon Arazi

Augen zu, Film ab! BLIND CINEMA ist Kopfkino und geteilte Filmerfahrung zugleich. Im Dunkeln bleibt, welcher Film läuft. Denn das Publikum sitzt mit verbundenen Augen im Saal. Hinter den ZuschauerInnen befinden sich Kinder und flüstern ihnen ins Ohr, was sie auf der Kinoleinwand sehen. Dabei wird ad hoc reagiert, denn auch die Kinder erleben den Film zum ersten Mal. Der Film kommt ohne Dialog aus, er hat lediglich eine Tonspur mit Geräuschen. So sind es die Kinder, die ihm mit ihren Worten einen eigenen Sinn verleihen.

Inspiriert vom Verfahren der Audiodeskription für Sehbehinderte macht BLIND CINEMA das Wahrnehmen eines Films außergewöhnlich und unvorhersehbar: Erwachsene und Kinder gehen hier eine Kollaboration ein, die alle Sinne fordert. Wörter zu finden, die beschreiben, was sie sehen, üben die Kinder vorab in einem Workshop. So ist bei der Performance nur eines sicher: Bei den Erwachsenen läuft ein innerer Film ab, unvorhersehbar aufregend, berührend und irrwitzig.

Britt Hatzius (GB) ist Film-, Foto- und Videokünstlerin. Sprache und Kommunikation sind die Angelpunkte ihrer interdisziplinären und in Gemeinschaft entwickelten Arbeit. Hatzius ist Mitglied des Not Applicabale Artists Collective. www.britthatzius.co.uk

Foto: Simon Arazi /// Konzept: Britt Hatzius /// Dramaturgie: Ant Hampton /// Film: Britt Hatzius, Simon Arazi, Boris Belay, Maxim /// Design und Produktion: Britt Hatzius, Maria Koerkel, Gert Aertsen /// Creative Producer: Katja Timmerberg

Mit SchülerInnen des Humboldt-Gymnasiums Köln /// Eine Koproduktion von: Vooruit (Gent), Beursschouwburg (Brüssel) und dem Bronks Theatre (Brüssel).


Yasmeen Godder (IL/US): COMMON EMOTIONS
Tanz /// Partizipativ

Do, 11. Oktober / 19:30 Uhr
tanzhaus nrw, Erkrather Strasse 30, Düsseldorf
Dauer: 70 Minuten

ACHTUNG: Es gibt einen Shuttle! Abfahrt um 18:00 Uhr, am TURISTARAMA, Mauritiussteinweg 102, 50676 Köln


Foto: Gadi Dagon

COMMON EMOTIONS zeigt den Körper als Spiegelbild unserer Erfahrungen – in seiner Gegensätzlichkeit von Stärke und Fragilität. Sechs TänzerInnen erforschen kollektive Gefühle, die auf gesellschaftlicher, kultureller und persönlicher Erinnerung beruhen. Die ZuschauerInnen sind eingeladen, über alltägliche Begegnungen zu reflektieren und den Bühnenraum gemeinsam zu bespielen. Wodurch werden wir Teil eines Geschehens? Welche Zugänge finden wir zu bestimmten Emotionen – und welche finden andere? Mit dieser scharfsinnigen Performance nimmt Godder das Publikum mit auf eine innere Reise, die äußere Resonanz erzeugt.

COMMON EMOTIONS entstand 2016 ausgehend von einer Recherche über das Verhältnis von Bewegung und Bewegungsstörung in Zusammenarbeit mit TänzerInnen, WissenschaftlerInnen sowie Menschen mit Parkinson-Erkrankung.

Yasmeen Godder ist eine israelische Tänzerin und Choreografin. Sie wurde in Jerusalem geboren, lebte später in New York, deren Punkszene sie prägte. Absolventin der Tisch School of the Arts, tourt sie heute international und erhielt einen Bessie Award. Ihre Arbeit widmet sich alternativen Formaten.
www.yasmeengodder.com

Choreografie: Yasmeen Godder /// Künstlerische Co-Leitung/Dramaturgie: Itzik Giuli /// Performance: Shuli Enosh, Dor Frank, Ayala Frenkel, Uri Shafir, Ari Teperberg, Ofir Yudilevitch /// Bühne/Kostüm: Gili Avissar /// Kostüm: Adam Kalderon /// Licht: Omer Sheizaf /// Remix/Sound Design: Tomer Damsky

Musik: Neptune, The Mystic by Gustav Holst; Saturn, The Bringer of Old Age von Gustav Holst; ReDog: Variation on Holst von Tomer Damsky; Metamorphosen von Richard Strauss;

Special Artist’s Talk IT’S YOUR TURN im Anschluss an die Vorstellung ab ca. 21:00 Uhr

 


Freitag, 12. Oktober 2018

FEMALE GAZE?
Eine feministische Zusammenkunft
Performances // Gespräch // DJ-Set

Fr, 12. Oktober / 19:30 – 23:00 Uhr
Orangerie – Theater im Volksgarten


Foto: Klara Johanna Michel

— FEMALE GAZE? — 
PERFORMANCE UND DISKUSSION
Was macht den weiblichen Blick aus? Können Augen gendern? Und gibt es einen geschlechtsspezifischen Blick überhaupt? #metoo und viele darauf folgende Diskussionen haben uns die Augen geöffnet. Aber was wird sichtbar und warum? Das Konstrukt Sexualität, Sex, Geschlecht und Selbstdefinition ist ein dominierendes System und wir sollten ihm uns widmen. Als Jonglage mit Perspektiven. Als Einladung zum Abgleich. Als Anstoß für ein grundsätzliches Aufräumen mit festgefahrenen Sichtweisen. Weg mit dem Oma-Schlüpfer, mit dem Millennial-Pink und frecher, rosa Mädchenästhetik, aber wohin? Selfies gegen das Patriarchat? Ernst gegen den Ernst? Humor mit Aussicht? URBÄNG! lädt KünstlerInnen, jedweden Geschlechts ein, Einsichten, Aussichten und Absichten feministischer Kunst zu zeigen oder zu verstecken.

Sorour Darabi aus dem Iran eröffnet den Abend. Radikal weist Sorour als Transgender in der künstlerischen Arbeit die Fragwürdigkeit sexueller Identität und Geschlechterpolitik nach. Sorour zeigt die 40-minütige Performance FARCI.E, die persönlich und packend nachzeichnet, was passiert, wenn man aus einer neutralen Welt kommt und plötzlich alles ein Geschlecht hat… FARCI.E wurde mit dem Jurypreis Zürcher Theaterspektakel ausgezeichnet.

Und wir freuen uns auf die Performance-Künstlerin Antje Prust/TALKING STRAIGHT. Antje Prust erkundet in ihren interdisziplinären Arbeiten queer-feministische Mythologien und nutzt Strategien radikaler Sinnlichkeit. Sie sucht direkten Kontakt zu den ZuschauerInnen, um gemeinsam andere Realitäten erfahrbar zu machen. Für URBÄNG! wird sie eine 30-minütige Performance kreieren.

DER ABEND ENTSTEHT IM RAHMEN DES TANZPAKT STADT-LAND-BUND, KURATIERT VON FELIZITAS STILLEKE UND STEPHANIE THIERSCH

— FEMALE GAZE? — 
MUSIKALISCH

Akiko Ahrendt (Köln): DANCEMAT
Dauer: ca. 10 Minuten
Voll gefüttert mit Soundfiles ist die dancemat, der Controller für Ganzkörpereinsatz aus den 90ern, Midi-Keyboard, Dancefloor, Yogamatte und Bühne in einem. Akiko’s Performance bringt Körper, Sound und Technik in skurrile Abhängigkeiten.

Akiko
studierte Violine und Philosophie und Medienkunst an der KHM. Ihr künstlerischer Fokus liegt auf raumbezogenen und performativen Konzertformaten mit Klangmodulatoren.

DJ SET mit Mary Ocher (RU/IL/DE)
Dauer: ca. 1 Stunde
Mary Ocher ist Musikerin, Lyrikerin, Regisseurin und Künstlerin, eine „progressive, kosmopolitische und feministische Bohemienne“ (Spex, 2011). Sie ist in Russland und Israel aufgewachsen und lebt seit 2007 in Berlin. Ocher ist bekannt für ihre kompromisslose und aktivistisch angehauchte Musik.

Bei URBÄNG! wird sie Lyrik lesen und ein DJ Set auflegen, das eine weite Landschaft auffächert zwischen Zeiten, Kulturen, und Stilen: Early Electronics, Ambient, Cosmic Rock, Psych from the West, from Africa and South America, No Wave, Post Punk, Folk… Wir sind gespannt!


Samstag, 13. Oktober 2018

DAS LOCH. UNTERGANG UND UTOPIE
Jörg Fürst, Matthias Jung, Rosi Ulrich (UA)
Uraufführung /// Eine theatrale Exkursion ins Revier /// Audio-Feature

Sa, 13.10.18 / 14:00 – 18:00 Uhr
Kerpen-Manheim
Dauer: 4 Stunden (inklusive Fahrt)
Begrenzte Zuschauerzahl: 45

ACHTUNG: Es gibt einen Shuttle!
Abfahrt 14:00 Uhr am Orangerie-Theater, Volksgartenstraße 25, 50677 Köln, Ziel: Kerpen-Manheim

Aufgrund der besonderen Situation rund um den Hambacher Forst ist mit Polizeikontrollen zu rechnen. WICHTIG: Bitte bringen Sie einen gültigen Personalausweis/Reisepass mit!

 
Foto: Matthias Jung

Mit seiner Reihe REVIER “portraitiert” der Fotograf Matthias Jung seit Jahren die untergehenden Städte und ihre Bewohner im Braunkohletagebaugebiet zwischen den Städten Köln, Aachen und Düsseldorf – das größte europäische Fördergebiet. Durch den umkämpften Hambacher Forst ist es gerade wieder in aller Munde. Seit den 1950er Jahren sind dutzende Dörfer in riesigen Löchern verschwunden. Über 45.000 Menschen sind in Neuorte umgesiedelt worden oder haben ihre Heimatregion ganz verlassen.

Unsere Zuschauer erleben einen Parcours durch Manheim – das Dorf, welches den Baggern als Nächstes zum „Opfer“ fallen wird – mit ungewöhnlichen Begegnungen sowie einem Audio-Feature zum Thema “Untergang & Utopie”. Manheim ist übrigens der Ort, in dem die Rennfahrer-Brüder Ralf und Michael Schumacher aufwuchsen…


Ifriqiyya Electrique (TN)
Konzert /// Dämonenbeschwörung /// Deutschland-Premiere

Sa, 13. Oktober / 20:00 Uhr
Orangerie – Theater im Volksgarten
Dauer: Open End


Foto: Jacob Crawfurd

IFRIQIYYA ELECTRIQUE ist mehr als ein Konzert. Es ist dokumentarischer ROADMOVIE. Es ist ein therapeutisches Ritual von BESESSENHEIT und TRANCE. Ein Vermächtnis, welches von den früheren schwarzen Sklaven, die vor Jahrhunderten in Tunesien verkauft
wurden, aufrecht erhalten wurde. Ein Synkretismus zwischen Animismus und Islam.

François Cambuzat, Avant- und Punkrock-Veteran, und bei IFRIQIYYA ELECTRIQUE verantwortlich für Gitarre, Stimme und Computer, sagt, es gehe um „einen wilden Prozess der Improvisation und Rekomposition, in dem traditionelle Instrumente mit elektronischen  Klangerzeugern und Gitarren kurzgeschlossen werden“. Mit ihren Sounds und einer Videoperformance bringt die Band unsere Sinne zum Totalversagen. Das Ziel: Heilung.

Ifriqiyya bezeichnet die ehemaligen römischen Provinzen Afrikas und meint, in etwa das heutige Tunesien, Algerien und Libyen. Der Zusatz Electrique schlägt somit einen weiten, rund 2.000-jährigen Bogen ins Hier und Jetzt. Ihr Album aktuelles RÛWÂHÎNE ist auf
GLITTERBEAT RECORDS erschienen.
www.ifriqiyya-electrique.org

Foto: Jacob Crawfurd /// Gesang, Tchektchekas: Yahia Chouchen /// Gesang, Tabla: Tarek Sultan /// Gesang, Tchektchekas: Fatma Chebbi /// Bass, Gesang, Computer: Gianna Greco /// Gitarren, Gesang, Computer: François R. Cambuzat

10.-13.10.2018

Tickets / Reservierungen:

Tel: 0221-9522708
Mail: info@orangerie-theater.de

Vorverkauf über Offticket:

Festivalpass für alle Veranstaltungen: 35€/27€ erm.

Mittwoch, 10.10.2018
Tagesticket (alle drei Veranstaltungen): 20€/15€ erm.
Einzelveranstaltung je 10€/7€ erm.
Giw & Kilonzo (Köln)
Sharon Fridman (IL/ES)
Paul Lazar (US)

Donnerstag, 11.10.2018
BLIND CINEMA (Turistarama): 12€/7€ erm. (nur tel. oder per Mail)
Yasmeen Godder (tanzhaus nrw): 22€/11€ erm. (inkl. Shuttle)

Freitag, 12.10.2018
FEMALE GAZE? Tagesticket: 20€/15€ erm.
Einzelticket Sorour Darabi: 10€/7€erm

Samstag, 13.10.2018
DAS LOCH: 18€/12€ erm. (inkl. Shuttle)
IFRIQIYYA (Konzert): 18€/12€ erm.

theater51-grad: BLUR theatrale 360°-VR-Installation: Eintritt frei