31.01.-04.02.2018

SHIT ISLAND – ein postkolonialer Südseetraum

Futur3
NAURU - Foto: ramblinrandy


Der kleinste Nationalstaat der Welt heißt Nauru: Eine winzige Südsee-Insel, deren Oberfläche bis vor wenigen Jahrzehnten meterdick mit Phosphat bedeckt war. Dieser wertvolle, aus Vogelkot entstandene Rohstoff machte die Insel zum Spielball kolonialer Mächte und verschaffte den Nauranern später unvorstellbaren Reichtum.
Wie im Zeitraffer hat die Insel eine Achterbahnfahrt durch den westlichen Kapitalismus durchlaufen: Von einer indigenen Stammesstruktur wurde sie zum deutschen Kolonialgebiet und schließlich die Republik mit dem zweithöchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt.
Heute ist das Phosphat abgebaut, die Insel unfruchtbar, verwüstet und verschuldet, die Bevölkerung übergewichtig und krank. Offshorebanking und ein australisches Flüchtlingscamp sollten den Bankrott abwenden und brachten Nauru traurigen Ruhm.

Anhand ethnologischer Studien und Abbildungen, kolonialer Berichte, Südseeschlagern und aktueller Reportagen erforscht SHIT ISLAND die Verquickung des europäischen Imperialismus mit unserer Sehnsucht nach Exotik. Denn der sensationelle Untergang des einstigen „Pleasant Island“ zerstört auch unsere Projektion einer paradiesischen „Heilen Welt“.
SHIT ISLAND will die westliche Inszenierung exotischer Welten mit theatralen Mitteln sichtbar machen und fragt zugleich: Welche Perspektiven gibt es auf NAURU für die Zukunft? (Wie) Kann die Insel überleben?

Eine Produktion von Futur3 in Kooperation mit der Freihandelszone – Ensemblenetzwerk Köln e.V.

Unterstützt von Kulturamt der Stadt Köln, Land NRW

 

 

Mi 31.01.2018 20.00 h
Do 01.02.2018 20.00 h
Fr 02.02.2018 20.00 h
Sa 03.02.2018 20.00 h
So 04.02.2018 18.00 h

Von und mit: I. Eichenberger, S. H. Kraft, L. Schelling, A. Erlen (Regie), N. Nikutowski, K. M. Zehe (Künstlerische Mitarbeit), P. M. Wirth (Raum und Kostüm), J. Ritzenhoff (Musik), B. Kahnert (Licht), A. Leoni (Projektleitung)

17,00 € / 11,00 € ermäßigt

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