08.10.2017

Die Künste der Fugen – von Haussmann bis Bach

Harmonie Universelle
Künste der Fugen, Foto: Stefan Flach


Johann Sebastian Bachs „Kunst der Fuge“ ist das unerreichte Gipfelwerk der jahrzehntelangen Beschäftigung des Meisters mit dem Kontrapunkt. Harmonie Universelle stellt die Beschäftigung mit diesem Non-plus-ultra-Werk in einen hochinteressanten Zusammenhang: instrumentale Fugen von Vorgängern und Zeitgenossen Bachs, die nicht nur die harmonische Durchdringung, sondern manchmal auch die ironische Brechung des Musters fordern.

Wenn es eine musikalische Form gibt, die Musik als diejenige Kunst beschreibt, die untrennbar mit einem zeitlichen Ablauf verbunden ist, so ist es die der Fuge. Übersetzt mit Flucht, verdeutlicht der Name eine musikalische Aktion, innerhalb derer sich verschiedenste Erscheinungsformen einer kompositorischen Idee vereinen lassen. Die Kunst der Fuge von J.S. Bach beinhaltet gleich einen ganzen Zyklus von Fugen, die sicherlich zu den bekanntesten Werken dieser Gattung gehören. Bach ist dabei nicht als „Erfinder“ der Fuge zu sehen. Schon in der Renaissance und im Frühbarock gab es Fugen-Kompositionen. Die Entwicklung zu Bach – und das ist eines der Hauptanliegen dieses Programms – geht stringent in seine Richtung. Und so findet man in Bachs Meisterwerk den gesamten Kosmos der Fugen-Kompositionen.
Einfache Fugen, Fugen, in denen das Thema gespiegelt oder als Krebs gespielt wird sowie Kanons. Hinzu kommen die jeweils unterschiedlichen rhythmischen oder melodischen Charaktere der einzelnen Fugen. Bach hatte wahrscheinlich keine Veröffentlichung der Kunst der Fuge zur Konzert-Aufführung im Sinn, sondern sah die ganze Sammlung eher als Studienobjekt. Da sie dies, sowohl für die direkt nachfolgenden Kollegen wie Mozart und Beethoven war und für Musikstudenten unserer Zeit immer noch ist, wohnt Bachs Meisterwerk auch etwas Zeitloses inne. Die Aufführung des Zyklus im Konzert, ist dagegen eine Praxis, die sich erst später etabliert hat. Dabei zeigt sich in einer Aufführung – wie der exemplarischen Interpretation durch Harmonie Universelle – umso deutlicher der meditative Charakter des ganzen Zyklus. Die Zeit, und das steht in keinem Widerspruch zur eigentlichen Bedeutung des Namens, scheint dabei stehen zu bleiben.

Programm (2x 35 Min)

Valentin Haussmann
(ca1560 – 1614)
Fuga I & II a quattro voci
(„Neue Artige und Liebliche Tanze“ Nürnberg, 1598)
Hans Kraft
(1565 – 1636)
Fuga quatuor vocum
(„Musicae practicae rudimenta“ Copenhagen, 1607)
Giovanni Maria Trabaci
(1575 – 1647)
Fuga Primo Tono
(„Il Secondo Libro de Ricercate e altri varii Capricci“ Napoli, 1615)
Johann Rosenmüller
(1619-1684)
Sonata VII a 4
aus Sonatae à 2,3,4 e 5 stromenti da arco et altri (1682)
Arcangelo Corelli
(1653 – 1713)
Fuga a quattro voci, Op. Posth, Anh.15
Alessandro Scarlatti
(1660- 1725)
Sonata IV in d
Francesco Maria Veracini
(1690 – 1768)
Fuga a 4 Soggetti in D
Fuga o capriccio a 4 Soggetti in d
15 min Pause
Johann Sebastian Bach
(1685 – 1750)
Die Kunst der Fuge (1740-1749)

  • Contrapunctus I
  • Contrapunctus IV
  • Contrapunctus V
  • Contrapunctus VII, A 4, Per Augmentationem Et Diminutionem
  • Contrapunctus VIII, A 3
  • Contrapunctus IX, A 4, Alla Duodecima
  • Contrapunctus XI, A 4
  • Contrapunctus XI

 

Harmonie Universelle

Violine & Leitung: Florian Deuter & Mónica Waisman
Viola: Aino Hildebrandt
Cello: Leonhard Bartussek

So 08.10.2017 17.00 h

Das Konzert ist Teil einer Reihe.
Weitere Konzerte:

12.11.2017 und 03.12.2017 in der Ursulinenkirche
Infos unter www.harmonie-universelle.de

Preise:
17,00 € / 11,00 € ermäßigt / 5,00 € KölnPass

Vorverkauf Einzelticket 08.10.2017



Aboticket für alle drei Konzerte:

42,00 € / 27,00 € ermäßigt
nur telefonisch (0221 952 27 08) oder per Mail (info@orangerie-theater.de)

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