30.11 - 03.12.2017

BLUR – 6 Miniaturen zur Unschärfe: Fotografie & Fuzzy Logic

theater-51grad
BLUR – 6 Miniaturen zur Unschärfe: Fotografie & Fuzzy Logic, Foto: Meyer Originals


Eine theatrale Musik-Skulptur (URAUFFÜHRUNG)

™3.6]HypeReal_FOTOGRAFIE / ™4.6]UND:ODER:NICHT_FUZZY LOGIC

Grenzen haben sich immer schon verschoben, doch heute scheinen sie unschärfer und labiler zu werden. Systeme geben sich rigoros und sind doch labile Gebilde. Die Realität scheint immer mehr zu verschwimmen. Ein Phänomen das nicht nur in politische, geografische, sondern auch private Bereiche hineinreicht und die Menschen zutiefst verunsichert. Anhaltspunkte für richtiges Verhalten fehlen, Fehlinterpretationen sind wahrscheinlich. Diese Unschärfen verbreiten ein Gefühl der Verunsicherung und stärken die Sehnsucht nach klar definierten Grenzen. Wem oder welchen Bildern kann man noch trauen, wenn Fake-News die Meinungen zu lenken suchen? Wo findet sich die Wahrheit oder kann Unschärfe zur Überlebensstrategie werden? Wie eng ist das Gefühl der Verunsicherung in unserer Gesellschaft mit den Phänomenen der Unschärfe und der neuen Sehnsucht nach klar definierbaren Grenzen verknüpft. Muss der Mensch dieser Verunsicherung erliegen oder kann er die Souveräne Unschärfe als Strategie nutzen.

Die theatrale Musik-Skulptur antizipiert „Unschärfe“ als ein Phänomen, das in vielen Bereichen unsere Lebensbilder prägt und unseren Blick auf die Welt beeinflusst. Sie untersucht -auf der Grundlage von literarischen Texten und für die Produktion erstellten Essays von Experten und Wissenschaftlern- in sechs Miniaturen sechs Bereiche:

  • Heisenbergs Unschärferelation (™1.6]DELTAx_PHYSIK)
  • Pluralistische Ignoranz (™2.6]Paralyzed_PSYCHOLOGIE)
  • Das Mediale Bild (™3.6]HypeReal_FOTOGRAFIE)
  • Fuzzy Logic (™4.6]UND:ODER:NICHT_FUZZY LOGIC)
  • Industrie 4.0. (™5.6]SmartFactory_WIRTSCHAFT)
  • Souveräne Unschärfe (™6.6]Souveräne Unschärfe_POLITIK)

Die 6 Miniaturen von BLUR werden in drei Blöcken zur Premiere kommen:

1 Block: ™1.6]DELTAx_PHYSIK / ™2.6]Paralyzed_PSYCHOLOGIE
9.-12. Nov. 2017, 20:00 h

2 Block: ™3.6]HypeReal_FOTOGRAFIE / ™4.6]UND:ODER:NICHT_FUZZY LOGIC
30. Nov. – 3. Dez. 2017, 20:00 h

3 Block: ™5.6]SmartFactory_WIRTSCHAFT / ™6.6]Souveräne Unschärfe_POLITIK
01– 04. März 2018, 20:00 h

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ÄSTHETIK

BLUR ist eine theatrale audio-visuelle Musik-Skulptur in sechs Teilen. Jede Miniatur dauert ca. 20/25 Minuten, ist ein eigenständiges Werk und ergibt doch im Ganzen eine sich aufeinander beziehende Aufführung, die Schauspiel, Musik und Videokunst miteinander verbindet. Die Zuschauer sitzen/liegen unter einer fliegenden Leinwand inmitten des Klangraums. Jens Standke, Videokünstler aus der Musik Theater Produktion „format BLACKBOX:“, führt mit seiner Live-Videoregie mit vorproduzierten und animierten, aber auch mit Live-Bildern den Zuschauer in die Welten der jeweiligen Miniaturen.
In diesem Setting geraten die Orientierungssinne aus dem Gleichgewicht, oben und unten, rechts und links beginnen zu verschwimmen und müssen immer wieder neu definiert werden.
Die sechs Miniaturen werden unterschiedlich instrumentalisiert, von Live-Musikern eingespielt und mit elektronischen Einspielern erweitert und verfremdet. Die Sound-Installation verstärkt dieses Moment, indem sie einen Klangraum schafft, Das Surround System schafft einen Raumklang, in dem Musik und Sound den Raum akzentuieren, verschwimmen lassen, verschieben und wieder neu fokussieren. Die Bewegung des Raumklangs und die Projektionen ergeben einen visuellen und akustischen Erlebnisraum.

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DIE EINZELNEN MINIATUREN

™3.6]HypeReal_FOTOGRAFIE“ setzt sich mit der Frage der Unschärfe im medialen Bild auseinander. Es hinterfragt die Realität von Videobildern und Fotografien in der Kunst und in der Dokumentation. Welchen Einfluss nehmen die Bilder auf die Realität? „Inwiefern Wahrheit heute durch Medien beeinflusst und verändert wird, lässt sich anhand der globalen politischen Situation nur erahnen. Fest steht allerdings, dass die Unschärfe eines gedruckten Textes, einer Abbildung oder einer Nachrichteninformation, dazu beitragen kann sich dessen bewusst zu werden, dass es heutzutage kein Abbild einer „Realität“ geben kann. An den Zeitpunkt, des scharfen Bildes und der scharfen Information, künstlerisch wie auch dokumentarisch, können wir nicht mehr zurückkehren. Es geht also mehr denn je um die Bewusstmachung der Unschärfe, wenn man sich mit Wahrheit und Realität auseinander setzen möchte.“ (Norina Quinte)

Musik: Fukio Ensemble (Saxophonquartett) / Kostüm: Claus Stump / Kostümanfertigung: Andrea Uebel / Schauspiel: Fabian Ringel & Karin Kettling / Stimme: Oliver Schnelker / Technik: Jens Kuklik
Künstlerische Leitung: Sergej Maingardt (Komposition / Musik), Jens Standke (Video), Rosi Ulrich (Text / Dramaturgie), Andrea Bleikamp (Regie)

Nach einem Essay von Norina Quinte.

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™4.6]UND:ODER:NICHT_FUZZY LOGIC“ Der Ungenauigkeit der Sprache begegnen Autoren mit komplexen Satzkonstruktionen und zeigen damit gleichzeitig die Unmöglichkeit die Wahrheit scharf zu fassen. Auch in der klassischen Logik suchte man selbst hochkomplexe Strukturen in binären Systemen abzubilden, was zu enorm langen Rechenoperationen und unüberschaubaren Operationen führte. Im Gegensatz dazu hat sich Mitte des letzten Jahrhunderts eine Theorie entwickelt, die unscharfe Mengen zulässt: die Fuzzy Logic. Sie findet heute in der Künstlichen Intelligenz, in der Spracherkennung und in der Automati­sierungs- und Sicherheitstechnik Anwendung. Unscharfe Mengen integriert in Rechenoperationen steuern heute unsere Alltagsgeräte. „Im Grunde ist der Mensch sowohl dichotom als auch fuzzy-logisch veranlagt. Logisch einfangen kann dieses Sowohl-als-auch aber nur die Fuzzy Logic als Logik des inklusiven Unterscheidens, nicht die aristotelische Logik des exklusiven Unterscheidens. Denn die Fuzzy Logic kennt die beiden Seiten einer Unterscheidung, aber auch die ganze unendliche Mitte dazwischen. Die dichotome Logik kennt kein Dazwischen. Sie muss sich auf eine der beiden Seiten schlagen. Die Fuzzy Logic erkennt an, dass es sowohl ein Entweder-oder als auch ein Sowohl-als-auch geben kann.“ (Prof. Dr. Thomas Kron)

Schauspiel: Fabian Ringel & Karin Kettling / Stimme: Oliver Schnelker / Kostüm: Claus Stump / Kostümanfertigung: Andrea Uebel / Stimme und Gesang: Mascha Corman, Thea Soti / Technik: Jens Kuklik
Künstlerische Leitung: Sergej Maingardt (Komposition / Musik), Jens Standke (Video), Rosi Ulrich (Text / Dramaturgie), Andrea Bleikamp (Regie)

Nach einem Essay von Prof. Dr. Thomas Kron.

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BLUR setzt auf die bewährte Zusammenarbeit der vier Künstler, Andrea Bleikamp, Sergej Maingardt, Jens Standke und Rosi Ulrich und verbindet Kreativität mit wissenschaftlichen Essays, Literatur und Leben.

In Kooperation mit Freihandelszone – Ensemblenetzwerk Köln

Gefördert durch:

Do 30.11.2017 20.00 h Premiere
Fr 01.12.2017 20.00 h
Sa 02.12.2017 20.00 h
So 03.12.2017 20.00 h

17,00 € / 11,00 € ermäßigt

Rausgegangen Special: Mit dem Rausweis kommst du zum ermäßigten Preis von 11,00 € rein. Gilt nicht an Premierentagen!

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